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Kanarenreport

GRÖSSE:
Der kanarische Archipel besteht aus sieben Hauptinseln (Teneriffa, Gran Canaria, La Palma, La Gomera, El Hierro, Fuerteventura und Lanzarote) sowie fünf Nebeninseln: hier sind die beiden wichtigsten Lobos und La Graciosa.
Die größten Inseln sind Teneriffa mit ca. 2.040 qkm und Fuerteventura mit ca. 1.730 qkm.
Entgegen des leicht irreführenden Namens "Die große Kanarische" ist Gran Canaria mit ca. 1.530 qkm die drittgrößte Kanareninsel.

PROVINZEN:

Die Kanarischen Inseln bilden zwei der insgesamt 52 spanischen Provinzen: die Provinz Las Palmas de Gran Canaria mit den Inseln Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote, und die Provinz Santa Cruz de Tenerife mit den Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro.
Beide Provinzen bilden die Kanarische Region.

EINWOHNERZAHLEN:

Heute leben auf den Kanaren ca. 1,9 Millionen Menschen. Teneriffa ist mit ca. 800.000 gemeldeten Bewohnern die bevölkerungsreichste Kanareninsel, gefolgt von Gran Canaria mit ca. 790.000 Einwohnern, Lanzarote (ca. 115.000), La Palma (ca. 85.000), Fuerteventura (ca. 75.000), La Gomera (knapp 20.000) und El Hierro mit ca. 10.000 Einwohnern.
Laut Statistik sind übrigens von den knapp 2.0 Millionen Einwohnern des Archipels etwa 2,5 Prozent ansässige Ausländer.
Die Bevölkerungsdichte der Kanaren wird mit rund 205 Menschen pro qkm angegeben, ist jedoch auf den einzelnen Inseln sehr unterschiedlich.
Fuerteventura ist mit 21 Einwohnern/qkm die bevölkerungsärmste Insel,
gefolgt von El Hierro (28), La Gomera (47), Lanzarote (78), La Palma (114), Teneriffa (311) und Gran Canaria (439).

POLITISCHE STRUKTUR:

In Spanien haben die einzelnen Regionen ihre autonome Regierung.
Ähnlich den Bundesländern in Deutschland wurden hier weitgehend autonome Regierungsapparate (auf den Kanaren die Autonome Regierung der Kanarischen Region) gebildet, die letztlich der zentralen Regierung in Madrid unterstehen.
Das Madrider Innenministerium ist auf den Kanarischen Inseln durch je ein Gobierno Civil in Las Palmas und in Santa Cruz vertreten.
Das Gobierno Civil von Las Palmas ist die übergeordnete Instanz, der dortige Zivilgouverneur ist gleichzeitig Regierungsdelegierter (von Madrid).
Lokale Verwaltungsbehörden sind die Cabildos.
Jede Insel hat ihr eigenes Cabildo.
Der Zusammenschluss der Cabildos heisst Mancomunidad de Cabildos.

DIE ELYSISCHEN GEFILDE:

Geologisch gesehen sind die Inseln recht jung.
So werden beispielsweise die ältesten Teile Teneriffas (Anaga und Punta de Teno) auf "nur" etwa 30 Millionen Jahre geschätzt.
Dennoch haben sie eine bewegte Vergangenheit hinter sich.
In die Welt der Sage gingen sie ein als die Elysischen Gefilde und als die Gärten der Hesperiden, wo der Baum mit den goldenen Äpfeln wuchs, die ewige Jugend schenkten.
Die seligen Eilande am Rande der Welt regten die Phantasie der alten Seefahrervölker an.
Damals glaubte die Menschheit noch, dass die Erde hinter den Inseln aufhört und dass, wer weitersegelte, von der Scheibe kippte.
Der römische Schriftsteller Plinius erwähnt die Inselgruppe ca. 40 v. Chr.
Ihm zufolge sollen die Inseln von großen Hunden bewacht gewesen sein, die dem Archipel seinen Namen gegeben haben sollen (lat. canis = Hund).
Plinius hielt die Inseln übrigens für die Reste des legendären Kontinents Atlantis.
Bei den Eroberungskämpfen, die die spanische Krone gegen die Inseln führte, bewiesen die Ureinwohner, die Guanchen, großen Mut und kämpferisches Geschick.
Immerhin dauerte die Unterwerfung jeder Insel mehrere Jahrzehnte - die Eroberungskämpfe um den Archipel wurden insgesamt von 1402 bis 1496 ausgetragen.
Auf Teneriffa ließen sich die Statthalter in La Laguna nieder, der früheren Hauptstadt der Insel.
Santa Cruz war bereits beim Einzug der spanischen Truppen am Strand von Añaza gegründet worden.
Besonders ist in der Inselgeschichte der Sieg über die englische Flotte unter Admiral Nelson verzeichnet, der Teneriffa im Jahre 1797 für die englische Krone zu erobern versuchte und in der Schlacht seinen rechten Arm verlor.
In den alten Chroniken heißt es, der Schuss, der dem Admiral den Arm abriss, sei aus der legendären Kanone El Tigre abgefeuert worden.
Die Kanone ist im Militärmuseum von Santa Cruz ausgestellt.

DIE GUANCHEN:

Guanchen werden allgemein die Ureinwohner der Kanaren genannt, auch wenn dieser Name korrekt angewendet eigentlich nur für die Ureinwohner von Teneriffa gelten dürfte.
Das Wort Guanche leitet sich nämlich aus der - bis auf einzelne Worte - verlorengegangenen Sprache dieses Urvolkes ab und bedeutet "Mann aus Teneriffa".
Der Name Teide beispielsweise könnte mit "Weisser Berg" übersetzt werden.
Anderen Theorien zufolge leitet sich der Name von dem Wort Echeyde ab, und das wiederum bedeutet Hölle. Auch dieser Name könnte seine volle Berechtigung haben: die Guanchen müssen den Vulkan bei Eruptionen erlebt haben.
Die Spuren der Guanchen zu finden, wird nicht einfacher dadurch, daß es sich offensichtlich um Angehörige von Berberstämmen gehandelt hat, die über einen langen Zeitraum hinweg die Inseln besiedelten.
So scheint festzustehen, dass die östlichen Inseln wesentlich eher besiedelt waren als die westlichen, weil Fuerteventura und Lanzarote dem afrikanischen Kontinent wesentlich näher liegen. Radiokarbon-Analyen haben ergeben, dass beispielsweise Gran Canaria ca. 2000 v. Chr. und Teneriffa erst 1000 bis 800 v. Chr. besiedelt wurden.
Sie kamen mit Binsenbooten, und nicht alle waren Berber (die kamen erst ab 1.500 v. Chr.).
Belegt ist, dass es sich in jedem Fall um gezielte Auswanderungen gehandelt hat, denn sie brachten Saatgut und Vieh mit.
Die Guanchen waren Hirten und Fischer; sie ernährten sich hauptsächlich von Fleisch und betrieben relativ wenig Ackerbau.
Sie wussten bereits 820 v.Chr., wie man Feuer macht und hatten - obwohl ein relativ primitives Volk - einen hochentwickelten Moralkodex.
Sie beherrschten die Kunst des Einbalsamierens.
Guanchen-Mumien sind in den Museen von Santa Cruz und Las Palmas sowie in Madrid zu sehen.
Entgegen früheren Mutmaßungen scheint heute erwiesen, dass die Ureinwohner auch auf den Inseln sehr wohl Schiffe bauten, aus Binsen, aus denen sie ebenfalls Taschen, Netze und sogar Kleidung fertigten.
Für den Küstenverkehr hatten sie auch Einbäume aus dem Stamm des Drachenbaums gefertigt, weil dieser – im botanischen Sinne kein Baum, sondern ein Zwiebelgewächs – zwar eine sehr harte Rinde hat, sein Inneres jedoch wenn nicht gar hohl, relativ weich, und damit leicht zu bearbeiten ist.
Die Pyramiden, rätselhafte Bauten auf Teneriffa und La Palma, sind offensichtlich Kultstätten der Ureinwohner gewesen.
Zumindest ist das die Theorie, die unter anderem von dem berühmten Forscher Thor Heyerdahl vertreten wird.
Einer anderen Theorie zufolge handelte es sich um Bauten, die astronomischen Zwecken gedient haben sollen. Ganz entschieden sind es jedoch in keinem Fall "willkürlich aufgetürmte Steinhaufen", die zufällig entstanden sind oder landwirtschaftlichen Zwecken gedient haben sollen, wie die Skeptiker noch bis vor kurzem immer behaupteten.
Eindeutig sind diese pyramidenförmigen Bauten von großer Bedeutung für die ethnologische Forschung. Im übrigen ist festgestellt worden, dass der Mythos vom großgewachsenen Guanchen absolut seine Berechtigung hat.
Der Guanchen-Mann maß im Durchschnitt ca. 1,70 Meter, also rund ca. 10 Zentimeter mehr als die spanischen Eroberer.
Die Guanchen-Frauen waren im Schnitt ca. 1,57 Meter groß.
Falsch ist offensichtlich die Überlieferung, dass die Guanchen ein friedliches Volk gewesen sind, bis sie von den Spaniern aus ihrem idyllischen Inselleben aufgeschreckt wurden.
Die zahlreichen Verletzungen, die an den aufgefundenen Schädeln festgestellt wurden, weisen darauf hin, dass es ständig kriegerische Fehden zwischen den einzelnen Guanchen-Stämmen gegeben haben muss.

WIRTSCHAFT:

Nach der Eroberung der Inseln wurde im 16. Jahrhundert zunächst Zucker und dann Wein angebaut. Da die europäischen Märkte jedoch recht bald mit Zucker förmlich überschwemmt wurden, verlor er recht schnell an Bedeutung.
Der kanarische Malvasia- und Cariñena-Wein jedoch war 300 Jahre lang Haupterzeugnis der hiesigen Wirtschaft.
In Europa war er sehr beliebt und begehrt. Nachdem der schwere Vulkanausbruch auf Teneriffa im Jahre 1706 den damaligen Haupthafen der Insel, Garachico, in Schutt und Asche gelegt hatte, wurde Puerto de la Cruz (damals noch Puerto de la Orotava) erstmals in der Welt bekannt als der Hafen, von dem aus die kanarischen Weine nach Europa verschifft wurden.
Im 19. Jahrhundert gelangte die Cochinille-Laus zu kurzer wirtschaftlicher Bedeutung.
Diese Laus ist ein Parasit der Kakteen; sie diente zur Gewinnung roten Farbstoffes zum Einfärben von Stoffen, zur Herstellung von Lippenstiften etc.
Nachdem jedoch die Anilin-Farben entwickelt worden waren, wurde die Cochinilla wirtschaftlich uninteressant.
Heute wird sie – aufgrund der hervorragenden Qualität des Farbstoffes – wieder verstärkt auf Lanzarote gezüchtet.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde die Banane auf den Kanarischen Inseln eingeführt.
Wirtschaftliche Bedeutung erlangte sie jedoch erst wesentlich später.
Heute steckt der kanarische Bananenanbau aufgrund der starken Konkurrenz nichteuropäischer Bananenerzeuger, die billiger produzieren können, und aufgrund der restriktiven Marktkontingente der EU in der Krise.
Der Bananenanbau ist heute auf den Inseln kein Geschäft mehr, und wird immer mehr verschwinden.
Haupterzeugnisse der kanarischen Landwirtschaft sind heute die Tomate, Kartoffel - und auch Schnittblumen (Rosen, Nelken, Strelizien und Gladiolen), die auf die europäischen Märkte exportiert werden.
Seit einigen Jahren werden auch mit gutem Erfolg Ananas und Kiwis etc. angebaut.
Weiterer wichtiger Erwerbszweig der Inseln ist die Fischerei.
Ganze Ortschaften leben praktisch ausschliesslich davon.

GOFIO:

Das ist das typisch kanarische geröstete Mehl, das aus Mais oder Weizen zubereitet wird.
Die Einheimischen geben es gern in die Suppe oder essen es pur - dann wird es zu einem festen Teig verknetet und mit unterschiedlichsten Zutaten geschmacklich angereichert.

FLORA UND FAUNA:

Die Flora der Inseln ist für jeden Besucher sehr beeindruckend.
670 endemische, also von den Inseln selbst stammende Pflanzenarten, wie beispielsweise der Drachenbaum, wurden katalogisiert.
Hinzu kommt eine Vielfalt von einst "importierten" und inzwischen längst hier heimisch gewordenen Pflanzen, wie beispielsweise die herrliche Bougainvilla, die hier in allen Farben blüht und ursprünglich aus Südamerika stammt.
Logischerweise fehlt hier der Platz, um auf Einzelheiten einzugehen.
Die Fauna der Kanaren ist reizvoll vor allem für Vogelfreunde und Insektenbeobachter.
Auf den Inseln gibt es keine "wilden" oder gefährlichen Tiere.
In dieser Hinsicht ist der Archipel wirklich ein kleines Paradies - und das ganz ohne Schlange.
"Wilde" Tiere in den Bergen sind Kaninchen und verwilderte Hunde oder Katzen.
Auf Teneriffa wurden vor Jahren Mufflons und auf La Palma Arruis eingeführt – beides Bergziegenarten, die die Inseln zum interessanten Jagdgebiet machen sollten.
In Wahrheit fressen diese Tiere, die hier keine natürlichen Feinde haben und sich stark vermehren, inzwischen aber die kostbare endemische Flora auf, so dass hier ein ökologisches Problem "importiert" wurde.

FOLKLORE:

Die kanarische Folklore hat nichts mit dem aufreizenden Flamenco Andalusiens gemein; vielmehr sind es eher bäuerlich anmutende Tänze, die jedoch sehr viel Liebreiz in sich tragen.
Besonders erwähnenswert ist hier die Timple, eine Art Mini-Gitarre mit vier oder zuweilen auch fünf Saiten, die Klang und Melodie der hiesigen Folklore grundlegend bestimmt.

KRANKENSCHEINE:

Zwischen Spanien und verschiedenen europäischen Ländern existieren Abkommen, nach denen Sie das Recht haben, sich im Krankheitsfall hier auf Krankenschein behandeln zu lassen.
Das gilt für Deutschland, Österreich, Holland und für die Schweiz.
Sie müssen allerdings einen Nachweis erbringen, dass Sie in Ihrem Heimatland krankenversichert sind.
Nicht alle Leistungen, die in Ihrem Heimatland bezahlt werden, fallen auch in Spanien unter die Leistungspflicht der Sozialversicherung.
Es ist also ratsam, sich beim behandelnden Arzt bzw. in der Klinik zu erkundigen.

LEIHWAGEN:

Wer die Inseln auf eigene Faust erforschen möchte, der wird sich wahrscheinlich nach einem fahrbaren Untersatz umsehen.
Ihren Leihwagen sollten Sie am besten schon vor Reisebeginn im Internet buchen und am Flughafen an Sie übergeben lassen.
Da sie ihn dann in der Regel wieder am Flughafen abstellen können, sparen Sie den lästigen Flughafentransfer.
Grundsätzlich sind die Straßen auf den Inseln zwar kurvenreich, aber in recht gutem Zustand. Aufpassen muss man jedoch, wenn man sich auf eine Forstpiste begibt.
Stellenweise sind diese Pisten nur mit einem Jeep passierbar.

TELEFON:

Gespräche mit den Lieben in der Heimat sind von öffentlichen Fernsprechkabinen (Interurbana) kein Problem.
Es gibt auch Telefonkarten zu kaufen.
In den Zellen sind ausführliche Anweisungen in mehreren Sprachen angebracht, denen Sie entnehmen können, wie ein Gespräch zustandekommt.

WANDERN:

„Richtig“ erlebt wohl nur derjenige die wahre Schönheit der Inseln, der sie sich erwandert.
Und weil die Wandervögel wieder ganz groß im Kommen sind, gibt es inzwischen verschiedene Büchlein mit Wanderbeschreibungen.
Literaturvorschläge: der Kompass-Wanderführer Kanarische Inseln und der Wanderführer Teneriffa, erschienen im Goldstadt-Verlag. Das Kanarische Wanderbuch (Styro-Verlag) von Ursula und Adam Reifenberger mit über 50 Wanderungen auf den drei kleinen Kanareninseln La Palma, La Gomera und El Hierro.
Kaufen Sie am besten schon am Flughafen entsprechende Strassen- oder Wander-Karten.

ZOLLBESTIMMUNGEN.

Der deutsche Zoll erlaubt Ihnen, folgende Artikel zollfrei von den Kanarischen Inseln in die Bundesrepublik Deutschland einzuführen: 1 Liter Spirituosen von mehr als 22% oder zwei Liter Spirituosen bzw. Aperitifs bis 22%; oder 2 Liter Sekt und 2 Liter sonstigen Wein, 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak, 50 g Parfüm, 1/4 Liter Toilettenwasser.
Geschenke im Wert von 180 €,
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